Kreuzbandregeneration

Die sehr häufigen Verletzungen des Kreuzbandes des Kniegelenks werden
heute standardisiert mit einer Bandrekonstruktion operativ behandelt.
Dabei wird körpereigenes Sehnengewebe verwendet, das zunächst an einer
anderen Region des Kniegelenks entnommen werden muss. Die klinischen
Ergebnisse sind im Allgemeinen sehr gut, trotzdem haben 15-20% der
Patienten Probleme, in Form von Schmerzen und/oder verbleibender
Instabilität. Weiters treten nach wie vor bei vielen Patienten
frühzeitige Gelenksabnützungen auf, auch wenn sie zunächst ein sehr
gutes klinisch Ergebnis zeigen. Die regenerative Medizin beschäftigt
sich seit einigen Jahren schon damit, Kreuzbänder zu züchten bzw.
nachwachsen zu lassen. Das würde einige Vorteile bringen. Es muss kein
gesundes Sehnengewebe geopfert werden, weiters kann das Band den
anatomischen Gegebenheiten besser angepasst werden, was vielleicht der
entscheidende Schritt zur Vermeidung der Gelenksabnützung sein kann.
Am LBI für experimentelle und klinische Traumatologie arbeitet eine
Gruppe an der Kreuzbandregeneration. Dabei wird eine Trägerstruktur,
“scaffold”, entwickelt, die genau den mechanischen Eigenschften des
natürlichen Bandes entspricht. Dieses wird mit Stammzellen besiedelt
und dann in das Kniegelenk eingesetzt. Dieses Band ist sofort
mechanisch belastbar, während die Stammzellen damit beginnen, ein
natürliches Band zu erzeugen. Dieses sollte nach ca 6 Monaten in der
Lage sein, die volle Funktion des ursprünglichen Bandes zu übernehmen,
wobei die Trägerstruktur kontinuierlich vom Körper abgebaut wird. Im
Labor als auch in den ersten Tierversuchen haben wir schon einige sehr
gute Ergebnisse erzeielen können, wobei wir uns derzeit nach wie vor
noch mitten in den Tierexperimenten befinden.

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